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Feuerwehr Vreden bis 1977

1324
Die geschichtliche Entwicklung des Feuerlöschwesens in der Stadt Vreden ist nur sehr wenig erforscht. Die zeitgenössischen Berichte sind sehr lückenhaft. Das hat seine Ursache sicherlich darin, dass Vreden in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach durch große Brände zerstört wurde. So wird berichtet, dass im Jahre 1324 die Stadt Vreden durch Reinald von Geldern, zerstört und gebrandschatzt wurde.

1811
Am 19.08.1811 wird von einem zweiten großen Stadtbrand berichtet und nur 46 Jahre später, am 14.08.1857, wurde die Stadt erneut von einem dritten großen Stadtbrand heimgesucht, bei dem 292 Wohnhäuser und 35 Scheunen verbrannten. Zur Löschung dieses Brandes waren außer den vier Vredenern Brandspritzen folgende Geräte im Einsatz und sind nach folgender Ordnung erschienen: Brandspritzen aus Stadtlohn, Ammeloe, Winterswijk, Groenlo, Ottenstein, Südlohn, Eibergen, Oeding, Alstätte, Wüllen, Ahaus, Wessum, Haaksbergen und Velen. Insgesamt wurden also 19 Brandspritzen zur Brandbekämpfung eingesetzt. – Berücksichtigt man ferner, das die Stadt Vreden im Zuge des Rhein-Übergangs der Allierten im letzten Weltkrieg am 21./22.03.1945 durch Luftangriffe zu rund. 40% zerstört wurde, wird erkennbar, dass das Archivmaterial sehr dürftig ist.

1850
In der Mitte des 19. Jahrhunderts erließen zahlreiche Städte und Gemeinden im hiesigen Bereich auf Grund des § 11 der Städteordnung für die Provinz Westfalen vom 19.03.1856. „Ortsstatute betreffend des Feuerlöschwesen. Diese Ortsstatuten sind im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Münster veröffentlicht. Vreden hat ein solches Ortsstatut nicht erlassen.

1881
Gleichwohl ist in den Protokollen der Stadtverordneten der Stadt Vreden nachzulesen, dass sich die Stadt Vreden, da sie und ihre Bürger mehrfach die verheerenden Folgen von Großbränden erfahren mussten, sehr wohl um einen gut ausgerüsteten Feuerschutz bemüht hat. So wurde am 01.02.1881 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, eine weitere (die 5.) Handdruckspritze bei der Metallgießerei August Hoening in Cölln zum Preise von 1300 Mark, „durch Vermittlung der Westfälischen Provinzial Feuersozietät“ anzuschaffen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, mit der Societät und der Aachener Münchener Feuerversicherungsgesellschaft wegen Zahlung der bewilligten Zuschüsse in Verbindung zu treten und für ihre Beteiligung den Dank der Stadtvertretung auszusprechen. Wenn man berücksichtigt, dass der Etat der Kämmereikasse der Stadt Vreden im Jahre 1881/1882 17160 Mark auswies, war diese Beschaffung ein erheblicher finanzieller Aufwand. Diese Hochdruckspritze ist noch heute vorhanden und mit ihren 125 Jahren voll funktionsfähig.

In den folgenden Jahren hat sich die Stadtvertretung mehrfach mit Beschlüssen in dem Feuerlöschwesen der Stadt Vreden befasst. So wurde am 08.06.1881 zur Revision des Feuerlöschwesens der Stadt Vreden und zur Beratung von Verbesserungsplänen eine Kommission gebildet aus den Herren Kupferschmied Fr. Kemper, Kupferschmied Gerh. Terrahe, Kaufmann W.Terhalle. Und dem Schmied Bd.Degener. Diese Kommission sollte sich vorzüglich über die in anderen Orten bestehenden Feuerlöschordnungen in Kenntnis setzen. Die Kommission hat ihre Arbeit sehr schnell aufgenommen, denn in der Stadtverordnetenversammlung vom 21.07.1881 wurde das Ergebnisprotokoll über die Verbesserungen vom 02.07.1881 bereits vorgelegt und mit einigen Änderungen genehmigt. Die vorläufige Kommission wurde zur ständigen Kommission. In den nächsten Monaten wurden Hanfschläuche für die städtischen Brandspritzen beschafft und die neu beschaffte Zubringerspritze nach dem Schraubenprinzip des alten Zubringers eingerichtet.Die Stadtverordnetenversammlung beschloß weiter, dass der alte Zubringer (gemeint ist hier auch wohl eine Handdruckspritze) mit einem Schlauchquantum auszurüsten ist, das die Spritze zur Operation an allen Punkten der Stadt befähigt. Im September des Jahres 1881 übertrug die Stadtverordnetenversammlung durch Losentscheid dem Kupferschmied Fr. Kemper die Beaufsichtigung der 5. Feuerspritze der Stadt Vreden.

1882
Bemerkenswert ist auch eine Aussage im Stadtverordnetenprotokoll vom 30.12.1882:
Dort heißt es: „4. Betreffend Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr bemerkt die Versammlung, dass die Errichtung einer solchen schon mehrfach versucht, jedoch zu keinem Resultat geführt habe; auch, das sich die Feuerlöschgeräte in gutem Zustand befinden.

1885
Wahrscheinlich hat sich die Stadt in den nächsten Jahren weiterhin bemüht, eine Freiwillige Feuerwehr aufzubauen. Dies ist wohl nicht gelungen, denn am 20.02.1885 ist im Stadtprotokoll vermerkt: „Die Errichtung einer Freiwilligen Feuerwehr wird nicht für nötig gehalten. Im übrigen sind den einzelnen Spritzen die nötigen Mannschaften im voraus zugeteilt und die Spritzen selbst in guter Ordnung.

Am 31.07.1885 wurde jedoch schon wieder rum in der Stadtverordnetenversammlung zum Thema Feuerlöschwesen eine Aussage gemacht. Unter Zugrundelegung der Statuten der Städt. Feuerwehr zu Gronau und im Anschluss an die in den hiesigen Akten befindlichen Verzeichnissen über Einrichtungen der Löschanstalten soll eine neue Kommission , bestehend aus den Herren: Joh. Weyer (Rendant); Bernd Degener jr; Fritz Barker (Fabrikant) die einzelnen Mannschaften nach dem bereits aufgestellten Verzeichnissen ausrichten.

Eine Freiwillige Feuerwehr kam aber auch in der Folgezeit noch nicht zustande.

1889
Am 17.01.1889 beschloss die Stadtverordnetenversammlung unter Punkt 7, der Tagesordnung „Die Versammlung lehnt den Erlass einer Feuerlöschordnung ab, weil die vor 2 Jahren eingerichtete bzw. neu organisierte Pflichtfeuerwehr durchaus ausreichte. Man war wohl auch der Meinung, dass die Löschgerätschaften ausreichend seien, denn einen Antrag des Bürgermeisters von Martells im August 1890, eine weitere Handfeuerspritze anzuschaffen, lehnte die Stadtverordnetenversammlung ab.

1891
Juni des Jahres 1891 liegt ein Beschluss vor, in dem es heißt „Bezüglich der städtischen Feuerwehr wurde beschlossen, dass die alten , nicht mehr richtigen Verzeichnisse der Löschmannschaften auf die Jetztzeit berichtigt bzw. neu aufgestellt und jedem Löschpflichtigem seine Designation behängt werden solle.

1892
In dieser Zeit fällt auch eine überörtliche Kontrolle durch den Feuerlöschinspektor Moderson, der 1892 eine Umrüstung der Feuerlöschgeräte vorschlug und dessen Vorschläge sich die Stadt zu eigen machte. Welcher Art diese Umrüstung ist, geht aus dem Protokoll nicht hervor. Die Provinzial Feuersozietät wurde jedoch um einen Zuschussbeitrag gebeten.

1894
Über die Zeit zwischen 1894 und dem eigentlichen Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Vreden 1907 liegen keinerlei Dokumente vor. Die Feuerwehr Vreden ist dem Statut vom 30.06.1907 erhalten. Wortlaut siehe auf nachfolgende Seiten.

1907
Mit der Gründung übernahm der Fabrikant und spätere Ehrenbürger der Stadt Vreden August Hüsker, die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Vreden. Er bekleidete dieses Amt bis 1915.

Damals gliederte sich die Freiwillige Feuerwehr in ein Steigerkorps und mehrere Spritzenkorps. Für die Übungen der Steigerkorps stand ein Steigerturm zur Verfügung, der zunächst an der Alstätter Strasse stand und später auf dem Viehmarktplatz am Wüllener Tor installiert wurde.Das Spritzenhaus stand an der Wüllener Strasse zwischen den Häusern Loose und Böckers.

1915
Nachdem Ausscheiden des Wehrführers August Huesker übernahm der Bezirksschornsteinfegermeister Georg Meyering 1915 die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Vreden. Wehrführer Georg Meyering, der über einen längeren Zeitraum das Amt des Kreisbrandmeisters bekleidete, war bis 1942 Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden.

1925
wurde durch die Stadt Vreden im Zuge der Motorisierung für die Feuerwehr eine Koebe- Lafettenspritze mit Ford BB- Motor und einer Leistung von 1200 Litern/Min. angeschafft. Diese Lafettenspritze wurde im Rahmen des in Vreden stattfindenden Kreisfeuerwehrverbandfestes der Öffentlichkeit vorgestellt und der Feuerwehr übergeben. Erster Maschinenwart war Ing. Hans Jannemann. Sein Nachfolger wurde W. Laurinck.

1938
Im Jahre 1938 wurde durch die Stadt ein neues Feuerwehrgerätehaus am Windmühlentor erstellt. Vor dem 2. Weltkrieg beschaffte die Stadt für Feuerlöschzwecke als Zugfahrzeug einen offenen Mannschaftswagen und eine Tragkraftspritze TS-8, die in einem Koebe-Tragkraftspritzenanhänger verlastet war.

1942
Ab 1942 leitete der Dachdeckermeister Wilhelm Synders die Freiwillige Feuerwehr Vreden. Die Kriegsverhältnisse ließen in dieser Zeit eine weitere Verbesserung der Ausrüstung der Wehr nicht zu. In den letzten Kriegstagen wurde das Feuerwehrgerätehaus durch einen Bombentreffer stark beschädigt. Der Fahrzeug und der Gerätebestand, vor allem der Mannschaftswagen, war unbrauchbar geworden. Einzig die TS-8 und die Lafaettenspritze Koebe blieben einsatzbereit.

Nach dem Zusammenbruch musste das Feuerlöschwesen in der Stadt Vreden auf Anordnung der allierten Militärregierung neu organisiert werden. Es fanden sich einige altgediente Feuerwehrkameraden und eine Anzahl jüngerer Einwohner der Stadt zusammen, die sich für den Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr unter dem damaligen Wehrführer Wilhelm Snyders und seinem Stellvertreter, Gastwirt Otto Kleine, einsetzten. Aus Altergründen schied Wilhelm Synders 1946 als Wehrführer aus.

1946
Sein Nachfolger war der Kraftfahrzeugmeister Anton Degener.

1947
Die Stadt Vreden beschaffte 1947 einen Opel Blitz Mannschaftswagen, der von Stettin aus in den Westen Deutschlands verschlagen worden war, Dieser erhielt in Selbsthilfe einen neuen Aufbau , weil der Vorgänger unbrauchbar geworden war.

1953
Die Stadt Vreden war dann in den folgenden Jahren in der Lage, dank der Förderung durch Zuschüsse aus der Feuerschutzsteuer, den Fahrzeug und Gerätebestand der Freiwilligen Feuerwehr Vreden wesentlich zu verbessern. So wurde zunächst im Jahre 1953 ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 15 (Baujahr 1942) in den Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug war ausgerüstet mit einem Löschwassertank von 800 ltr. Es tat seinen Dienst bis 1961.

1955
Der Bezirksschornsteinfegermeister Josef Meyering löste 1955 Anton Degener als Wehrführer ab.

1961
Das LF 15 wurde dann durch ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 mit Vorbauseilwinde und einem Löschwassertankinhalt von 2400 ltr. ersetzt. Der Opel Blitz Mannschaftswagen ist noch bis Oktober 1965 in Dienst gewesen und wurde gegen einen VW-Kommandowagen ausgetauscht, der bis 1980 benutzt wurde.

1963
Im September 1963 beschaffte dann die Stadt Vreden der Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF-8, mit Vorbaupumpe. Dafür wurde der Kommandowagen (ehemals Krankenwagen Mercedes 170 V), der seit 1955 in Dienst war, ausrangiert.

Im Dezember 1963 wurde der Freiw. Feuerwehr Vreden aus Beständen des Bundes für den Zivilschutz ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 mit TS-8 (Magirus) zur Verfügung gestellt.

1968
Die Vergrößerung des Fahrzeugparkes machte es notwenig, daß eine neue Feuer und Rettungswache geschaffen wurde. Diese konnte dann im Oktober 1968 durch die Stadt an die Feuerwehr übergeben werden. Das neue Gerätehaus erhielt 5 Einstellgaragen, einen Kommandoraum, Unterrichtsräume, Sanitäre Anlagen, und eine Wohnung für den Gerätewart. Diese Wohnung wird jetzt durch die Rettungswache genutzt.

1969
Im Juli 1969 stellte die Stadt Vreden, dann ein modernes Löschfahrzeug TroTLF 16 (Trockentanklöschfahrzeug). Der Löschwasserbehälter fasste 2200 ltr. Löschwasser. Besonderheit an diesem Fahrzeug war die Pulveranlage mit 750 kg. Trockenlöschpulver.

Durch den Gebietsänderungsvertrag vom 06.02.1969 schlossen sich die Stadt Vreden und die Gemeinde Ammeloe zu einer neuen Gemeinde der „Stadt Vreden“ zusammen. Durch diesen gemeindlichen Zusammenschluss wurden die bisher in Vreden und Ammeloe befindlichen Feuerwehren zu einer Freiwilligen Feuerwehr vereinigt und in zwei Löschzüge, die Löschzüge Vreden-Stadt und Vreden-Ammeloe gegliedert. Der Freiwilligen Feuerwehr Vreden ist seit jeher ein Musikzug angegliedert gewesen. Schon in der Gründungssatzung ist die Rede davon, dass ein Feuerwehr- Musikzug zur damaligen Zeit Bestandteil der Feuerwehr Vreden war.

1976
Es folgte dann 1976 eine Anschaffung eines HRW (Hilfsrüstwagen) auf Unimog Fahrgestell. Ausgestattet mit einer Seilwinde eignete sich das Fahrzeug besonders für die Hiilfeleistungseinsätze. Dieses Fahrzeug war eines der Fahrzeuge des Bundes für die Einheit. 4.LZR (Löschzug Rettung)
Oberbrandmeister Josef Meyering schied mit Erreichen der Altersgrenze 1977 aus dem aktiven Dienst aus.